„Einen Tag nach dem anderen: heute trinke ich nicht.“

Muriel Baumeister begeistert mit Mutmach-Buch und ehrlicher Art

...KKHL Mareike Spillner, Oktober 2022

„Mein Name ist Muriel und ich bin Alkoholikerin“ – bis ihr dieser Satz bei einem Treffen der Anonymen Alkoholiker überhaupt über die Lippen kam, vergingen zwei Jahre selbstzerstörerische und mehr oder minder heimliche Alkoholsucht. Zumindest bis die Presse Wind von ihrem Auffahrunfall mit 1,5 Promille mit einem abgestellten Fahrrad bekam und sie in der Luft zerriss. Über ihren Lebensweg und den Kampf heraus aus der Sucht und das Aufstehen in Krisenzeiten, schrieb die bekannte Schauspielerin Muriel Baumeister zusammen mit Constanze Behrends 2019 das Mutmach-Buch „Hinfallen ist keine Schande, nur Liegenbleiben“, das gleich vier Mal Spiegel-Bestseller wurde. „Das betone ich schon sehr gerne“, gab die gebürtige Österreicherin Muriel Baumeister, die schon länger in Berlin wohnt, am Donnerstag bei ihrer Lesung in der Christuskirche Herzberg am 20. Oktober 2022 unumwunden zu. Aber ansonsten zeigte sie sich kein bisschen eitel – ganz im Gegenteil sehr nahbar, ehrlich, sympathisch und gelassen.

Inzwischen ist Muriel Baumeister seit genau fünf Jahren nüchterne Alkoholikerin – und möchte anderen Suchtkranken und Menschen in schwierigen Lebenssituationen mit ihrem Buch Mut machen. Bei ihrer Lesung ging es von ihrer Heimat, dem Salzburger Land, mit Blaudruck-Dirndl, Sonnenschein und dem damit verbundenen Gefühl von „Daheimsein“
hin zu ihren ersten, frühen Karrierejahren. Es folgte ihre Erfahrung bedingungsloser Liebe als dreifache Mutter, bis hin zu den Zeiten auf der Überholspur, als ihr eine Flasche Wein am Abend nicht mehr genügte, um ihre ungewollten Emotionen nicht fühlen zu müssen und weit wegzuschieben. „Irgendwann war ich lieber mit einer Flasche Alkohol zusammen als mit Menschen.“ Schließlich benötigte sie mehrere Anläufe, um nüchtern zu werden. Nach der Zeit in einer Klinik mit Aquagymnastik und Körbeflechten machte sie sich zu Hause erstmal einen Champagner auf. In einer Suchthilfegruppe konnte und wollte sie sich ihre eigene Sucht auch noch nicht eingestehen. Dazu sagt sie: „Man kann nicht helfen! Jeder muss das für sich tun. Man kann nur den Spiegel vorhalten und Hilfe anbieten!“ Und auch nach dem Besuch einer öffentlichen Suchtklinik trank sie mehr als zuvor. Erst nach besagtem Crash wurde sie wach. Sie war am Boden, hatte Panikattacken, lieferte sich selbst in die Charité ein und durchlebte „die Hölle des kalten Entzugs“, wie sie schildert. Was ihr in dieser Zeit half, war der Zuspruch ihrer Familie. Aber auch ihr Glaube. „Ich bin ein sehr gläubiger Mensch – aber ich gehöre keinem Verein an. Am ehesten vielleicht noch diesem hier“, machte sie lächelnd deutlich. Dennoch habe sie in ihren schwersten Zeiten dadurch Halt erfahren. „Ich hatte das Gefühl nicht allein zu sein. Mein Konfirmationsspruch war der 1. Korinther 13, Vers 13: Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Und so haben mir Glaube und Liebe geholfen, die Hoffnung nicht zu verlieren. Und es geht. Einen Tag nach dem anderen: heute trinke ich nicht.“ Die Veranstaltung war eine gelungene Kooperation der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Kirchenkreises Harzer Land und der Bücherkiste Hattorf. Und der Förderkreis „Leben ohne Sucht“ unterstützte finanziell, sodass der Eintritt frei war. „Es darf gelacht werden, es darf gedacht werden – und es darf berühren“, hatte die 50-jährige Muriel Baumeister ihrer Lesung zu Beginn vorausgeschickt. Und genau das war das Publikum am Ende des Abends auch, nachdem alle Fragen beantwortet und Bücher signiert waren: zutiefst berührt von einer starken Frau, die genau wie alle anderen auch Licht und Schatten kennt.

 

Zu Muriel Baumeister

Mit 22 Jahren war Muriel Baumeister nicht nur junge Mutter und glücklich verliebt, sondern hielt bereits die goldene Kamera in ihren Händen. Viele Jahre lang war sie aus dem deutschen Fernsehen nicht wegzudenken, arbeitete mit Schauspielgrößen wie Jan Josef Liefers und ihrem Mentor Götz George zusammen. Doch das Leben auf der Überholspur forderte seinen Preis. Der Alkohol war ihr ein böser Freund, dem sie schließlich mit großem Mut und einer ordentlichen Portion Humor den Kampf ansagte. Nachzulesen in ihrer Biografie „Hinfallen ist keine Schande, nur Liegenbleiben“. Aktuell ist Muriel Baumeister unter anderem in der ZDF-Serie „Marie fängt Feuer“ zu sehen.  

Ingrid Baum
Tel.: 05522/901969

Bist du frei und unabhängig? Wirklich?

JugendFilmTage mit Präventionsparcours in Herzberg ein voller Erfolg!

... KKHL Mareike Spillner, September 2022

Bist du frei und unabhängig? Wirklich? Oder bestimmt eine Sucht – nach Nikotin, Alkohol, Social Media oder anderem – zumindest zum Teil, dein Leben? Schülerinnen und Schüler aus der KGS Bad Lauterberg, der OBS Herzberg, der Realschule auf dem Röddenberg Osterode, der OBS Hattorf, der BBS II Osterode sowie der Wartbergschule Osterode haben in der vergangenen Woche an drei Veranstaltungstagen einen Parcours zum Thema Nikotin-, Medien- und Alkoholsucht absolviert. Und das auf ganz spielerische Art. Danach ging es ganz stilecht mit Popcorn ins Kino.

Die Hauptorganisation der JugendFilmTage übernimmt traditionell die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention (FSP) zusammen mit dem Netzwerk Suchtprävention in der Region Osterode/Südharz – daneben war in hoher Zahl auch wieder die Evangelische Jugend Harzer Land am Start. Zudem ist das Kino als Partner der Jugendfilmtage natürlich ein wichtiger Baustein, genau wie die Nicolaigemeinde Herzberg, die Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen sowie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Ziel der Veranstaltung ist es, über die gesundheitlichen Folgen und das Abhängigkeitspotenzial von Rauchen, Alkohol und Medien zu informieren und Schüler*innen zu einem risikobewussten und konsum-mindernden Umgang mit Alkohol und Medien zu motivieren. In der Praxis sah das so aus: Im Herzberger Martin-Luther-Haus konnten sie ein Quiz lösen, sich bei verschiedenen Spielen und Mitmach-Aktionen Wissen aneignen, mit den Akteuren über „No Go’s“ in den sozialen Medien ins Gespräch kommen oder mit der „Promille-Brille“ Hindernisse überwinden. Ein Blick durch die Brille macht deutlich: Einfach ist das nicht, bei verzerrter Wahrnehmung einen kleinen Ball zu fangen oder die richtige Linie auf dem Boden zu finden – nicht die, die man doppelt sieht… Wichtig sind aber auch die persönlichen Gespräche am Rande, ist sich das Team einig. So geht es beim Thema Shisha beispielsweise darum, dass Shisharauchen ebenso gefährlich ist wie Zigaretten. Mitunter sogar noch intensiver, da der Rauch länger im Mund bleibt und tiefer inhaliert wird. Es entstehen interessante Diskussionen, wenn sich die Jugendlichen mitteilen – auch über die Folgen von Suchtverhalten wie Distanz zu Freunden, das Schwinden von Freiheit und Selbstbestimmung, das unter Druck stehen, schwindeln und verleugnen…

Anschließend folgt der Weg ins Kino, wo zunächst das Quiz aufgelöst wird, und Gewinne winken, aber auch weitere Gespräche geführt und weiteres Feedback eingeholt werden. Zum Abschluss können die Jugendlichen schließlich einen der Filme „Ready Player One“ und „Don’t worry, weglaufen geht nicht“, „Flugmodus“ oder „Systemfehler – Wenn Inge tanzt“ ansehen.

Etwa 370 Schülerinnen und Schüler aus sechs Schulen von der 7. Klasse bis zu den berufsbildenden Schulen nahmen in diesem Jahr an den drei Tagen teil – und es bleibt zu hoffen, dass sie etwas mitgenommen haben, was sie vor der ein oder anderen bösen Erfahrung mit Suchtmitteln bewahrt.

 

Rieke Heitmüller

Anja Kanzinger
Tel.: 05522/901969

Auch für übermäßigen Medienkonsum sensibilisieren

JugendFilmTage finden vom 13. bis 15. September 2022 in Herzberg statt

... KKHL Mareike Spillner

Schüler für das Thema Sucht zu sensibilisieren, ist manchmal nicht ganz leicht. Einerseits sollen Fakten vermittelt werden, ohne dass es langweilig wird. Andererseits soll alles ein bisschen spielerisch ablaufen, ohne dass aber der eigentliche Anlass aus dem Fokus verschwindet. Als guter Ansatz stellten sich die JugendFilmTage im Herzberger Kino heraus. Die Hauptorganisation übernimmt die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention (FSP) zusammen mit dem Netzwerk Suchtprävention in der Region Osterode/Südharz.

Von Dienstag, 13., bis Donnerstag, 15. September, finden die JugendFilmTage in Herzberg für alle Schulklassen und Lehrkräfte ab der 6. Klasse bis hin zu berufsbildenden Schulen des Altkreises Osterode am Harz statt. Ziel der Veranstaltung ist es, über die gesundheitlichen Folgen und das Abhängigkeitspotenzial von Rauchen, Alkohol und Drogen zu informieren und Schüler*innen zu einem risikobewussten und konsum-mindernden Umgang mit Alkohol und auch Medienkonsum zu motivieren. Für die JugendFilmTage gibt es Kooperationen mit der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der Kinowelt Herzberg, wie auch mit der Evangelischen Jugend Harzer Land und der Evangelisch-lutherischen Nicolaigemeinde Herzberg.

„Die Veranstaltungen bestehen aus Mitmach-Aktionen und einer Filmvorschau und werden im Martin-Luther-Haus sowie in der Kinowelt Herzberg stattfinden. Das Projekt gibt es bereits seit 2018 – in diesem Jahr nehmen sechs Schulen teil“, berichtet Suchtpräventionsfachkraft Anja Kanzinger. Abgesehen von der örtlichen Trennung werden dieses Jahr wieder Klassen bzw. Schulen auf unterschiedliche Uhrzeiten und Tage vormittags verteilt. Dabei erstreckt sich die bunte Filmauswahl von den ehemaligen Kino Blockbustern „Ready Player One“ und „Don’t worry, weglaufen geht nicht“ für die höheren Klassen bis hin zu dem Film „Flugmodus“ und „Systemfehler – Wenn Inge tanzt“, einer deutschen Produktion, für die jüngeren Schüler*innen.

Anja Kanzinger
Tel.: 05522/901969

Rieke Heitmüller

Diakonie-Sonntag in Gieboldehausen Juli 2022

Bei strahlendem Sonnenschein hat am Sonntag, den 3. Juli ein großes Gemeindefest mit Diakonie-Gottesdienst rund um die Ev.-luth. Kirche in Gieboldehausen stattgefunden.
Kirche und Diakonie als eine gemeinsame, sichtbare Einheit stand dabei thematisch vor allem im Mittelpunkt und verschiedene Akteure waren daher bei der Veranstaltung involviert.

Gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Harzer Land waren wir mit einem interaktiven Stand vertreten. Bei uns konnten die Gäste zuordnen, wieviel Gramm Alkohol in welchem Getränk versteckt sind. Dazu waren wir in Form einer szenischen Lesung Teil des Diakonie-Gottesdienstes. Insgesamt war das eine schöne, gesellige Aktion!

Anja Kanzinger
Tel.: 05522/901969

Konzertabend mit Frank Bode in der Christuskirche

Bild: Christian Dolle

Das Leben ist garnicht so schwer

... KKHL Christian Dolle, Mai 2022

„Alkohol ist dein Sanitäter in der Not; Alkohol ist dein Fallschirm und dein Rettungsboot; Alkohol ist das Drahtseil, auf dem du stehst...“ Mit diesem Song von Herbert Grönemeyer begann Frank Bode sein Konzert in der Herzberger Christuskirche. Alkohol war das Thema der Aktionswoche der Suchtberatungen und genau dazu hatten die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention im Kirchenkreis Harzer Land wie deren Förderkreis LOS ihn auch eingeladen.

Es war also ein Mottokonzert, eines, das sich mit der Gefahr und der Sucht, die durch die Volksdroge hervorgerufen wird, beschäftigt, aber auch mit der Befreiung davon. Nicht eben einfach ein solches Thema über Musik zu transportieren. Doch hier erwies sich Frank Bode als erfahrener Entertainer, dem es gelang, einerseits die Bedeutung des Abends deutlich zu machen, ohne dabei aber auf die Tränendrüse zu drücken.

Er spielte eigene Songs wie auch Cover, so unter anderem seinen Titel „Die Zuversicht“, den er nach eigener Aussage während der Pandemie geschrieben und zuvor noch nie live gespielt hatte, oder auch Peter Alexanders „Die kleine Kneipe“, die bei ihm seltsamerweise gar nicht so angestaubt klang, wie das Alter des Stücks es vermuten lässt. Das Motto des Abends war immer präsent, dabei war es aber immer auch ein mitreißendes Konzert eines tollen Musikers.

Zwischendurch erzählte Frank Bode von einem Freund, den er am Alkohol hatte zerbrechen sehen, aber auch von einem Menschen, den er überzeugen konnte, den Weg zurück zum Leben einzuschlagen. Für die Texte war er nicht ganz allein zuständig, zu Beginn führte Anja Kanzinger mit dem Churchill-Zitat „Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen als man umgeworfen wird“ in den Abend ein. Zum Aufstehen brauche man die Hände, machte sie deutlich, oder aber die Hände eines anderen, vielleicht auch Gottes Hand. Weiterhin las Christina Schöngart-Decker zwei Texte, einen von Marna Gordon übers Zögern und Aufschieben einen von Portia Nelson mit dem Titel „Autobiografie in fünf Kapiteln“, der sich metaphorisch mit Problembewältigung auseinandersetzt.

Am Ende schloss Frank Bode mit Westernhagens „Lass uns leben... das Leben ist gar nicht so schwer“ sowie noch einer eigenen Songpremiere mit dem ebenfalls positiven Titel „Geh weiter“. So blieb am Ende nicht das Problem als Essenz, sondern Überwindung und Mut und vor allem ein außergewöhnlicher und wohl in Erinnerung bleibender Konzertabend.

 

Ingrid Baum
Tel.: 05522/901969

Zur aktuellen Situation in der Fachstelle

... Frühjahr 2022

Wir bitten Sie auf Grund der aktuellen Lage nicht unangemeldet zu uns in die Fachstelle zu kommen. Sie erreichen uns per Telefon unter 05522/901969 in der Zeit von 8:30-13:00 Uhr, außerhalb der Bürozeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet. Bitte hinterlassen Sie Ihren Namen und Ihre Telefonnummer, wir rufen Sie schnellstmöglich zurück.

Bei Aufsuchen der Fachstelle gilt:

Die 0 G Regelung sowie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes einschließlich der erforderlichen Verhaltensregelungen.

Selbstverständlich bieten wir neben den Beratungsgesprächen vor Ort auch Beratungsgespräche am Telefon an oder auch in Absprache per Video.

Wir würden uns sehr freuen, wenn diese Umstände Sie nicht davon abhalten, unser Beratungsangebot wahrzunehmen. Wir wissen darum, wie schwierig es gerade in Corona-Zeiten ist, Suchtproblemen etwas entgegenzusetzen.

An dieser Stelle möchten wir betonen, dass sich unser Angebot sowohl an Betroffene mit Suchtproblemen richtet sowie an deren Angehörige und Bezugspersonen.    

Ingrid Baum
Tel.: 05522/901969

Prävention mit Eventcharakter

Jugendfilmtage mit 290 Schülerinnen und Schülern

... KKHL Christian Dolle, November 2021

Schülerinnen und Schüler aus der KGS Bad Lauterberg, der OBS Herzberg, der BBS II Osterode sowie der Wartbergschule Osterode stellten sich in der vergangenen Woche einem Parcours zum Thema Nikotin- und Alkoholsucht und wurden dafür mit einem Kinofilm belohnt. Das ist das Konzept der Jugendfilmtage des Netzwerks Suchtprävention, zu dem viele verschiedene Akteure aus dem Harzer Land gehören.

Ziel ist es natürlich, Jugendliche für die Gefahren von Alkohol- und Zigarettenkonsum etc. zu sensibilisieren, eben auf eine spielerische Art und mit einem gewissen Eventcharakter. Im Klartext hieß das, dass die Klassen im Martin-Luther-Haus in Herzberg ankamen und dann dort ein Quiz zu lösen hatten, sich in verschiedenen Spielen Wissen aneignen konnten oder eben mit der „Promille-Brille“ Hindernisse zu überwinden hatten.

Anschließend ging es rüber ins Kino, wo sie einen der Filme „Flight“ (mit Denzel Washington), „Thank you for smoking“, „Zoey“ oder „Sing Street“ sehen durften. Zuvor wurde natürlich noch das Quiz aufgelöst und es gab auch etwas zu gewinnen. Dabei ist das Kino als Partner der Jugendfilmtage natürlich ein wichtiger Baustein, zumal das Team der Kinowelt voll hinter der jährlichen Aktion steht und Prävention in solcher Form für besonders gelungen erachtet und daher gerne unterstützt.

 

Allerdings ist es nicht nur das, was vordergründig passiert, sagen unter anderem die Diakone Ann-Kathrin Schirmer und David Scherger. Es sind nämlich auch die kleinen persönlichen Gespräche am Rande, die sie ungemein wichtig finden. So geht es beim Thema Shisha beispielsweise auch um die traditionelle Verwurzelung in manchen Familien, wo Eltern aber klare Verbote aussprechen, Kinder aber natürlich irgendwann mal neugierig werden. Einige von ihnen sind daher erstaunlich gut informiert, dass Shisharauchen ebenso gefährlich ist wie Zigaretten und es entstehen interessante Diskussionen.

Oder wenn abseits der Menge ein Jugendlicher erzählt, dass er zwar wisse, wie gefährlich Suchtmittel sind, aber beim Stress im Elternhaus das Gefühl hat, auf die Zigarette nicht verzichten zu können. Das sind die kleinen Momente, die aber viel bringen, so ist sich das Team sicher, wenn die Jugendlichen sich öffnen, die Aktion nicht nur als außerschulischen Lernstoff begreifen, sondern auf sich selbst und ihren Alltag beziehen. Etwa 290 Schülerinnen und Schüler nahmen in diesem Jahr an den drei Tagen insgesamt teil und vermutlich haben viele von ihnen durchaus etwas mitgenommen, was sie vor der einen oder anderen bösen Erfahrung bewahren kann.

Rieke Heitmüller

Anja Kanzinger
Tel.: 05522/901969

Podcast der Hochschule Nordhausen mit unseren Präventionsfachkräften

... Juli 2021

Wie ist der Beruf als Präventionsfachkraft?
Wie verläuft Schulprävention zu Pandemie-Zeiten?
Wie kann die App „Actionbound“ genutzt werden?

– all diese Fragen werden verständlich und authentisch im Gespräch mit unseren beiden Präventionsfachkräften aufgegriffen.

Geführt wird das Interview von Lia Zaulig und den Schnitt der Tonaufnahme hat Lea Staufenbiel übernommen. Beide sind Studentinnen der Hochschule in Nordhausen und der Podcast ist ein Teil ihres Theorie-Praxis-Projekts „Prävention und Öffentlichkeitsarbeit der Suchthilfe“ im Sommersemester 2021.

Wollen Sie wissen, was genau die App „Actionbound“ ist und was wir in der Prävention zu Lockdown-Zeiten gemacht haben – dann hören Sie gerne rein!

Anja Kanzinger
Tel.: 05522/901969

FSP als Projektpartner der BBS 1 Osterode im Schuljahr 2020/21

... Sommer 2021

Die Schüler*innen des 12. Jahrgangs des Beruflichen Gymnasiums – Gesundheit und Soziales mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik der BBS 1 Osterode kooperieren jedes Jahr gemeinsam mit Firmen und Einrichtungen des Landkreises, um im Rahmen einer Prüfungsleistung ein gemeinsames Projekt zu organisieren.

Diesmal fungierte unsere Fachstelle als Auftragsgeber und Ansprechpartner für die Schüler*innen von Februar bis Juli 2021. Hierbei wurden sie von den Präventionsfachkräften Anja Kanzinger und Rieke Heitmüller unterstützt, um sich mit dem Thema "Substanzinduzierte Störungen" auseinander zu setzen. Dazu wurden die jungen Erwachsenen der Klassen GS19A und GS19B von den Fachlehrkräften der BBS 1 Miriam Dal-Pra Stricker und Arne Warmuth fachkundig betreut.

Nach monatelanger Arbeit entwickelten die Klassen ein Aufklärungskonzept zu verschiedensten Aspekten dieses Themenkomplexes. Schließlich erfolgte in Kleingruppen die Abschlusspräsentation der Projektergebnisse als eine Mischung aus Vortrag und interaktiven Mitmach-Elementen wie Fragebogen, Interviews und Quizze in digitaler Form. Trotz der ungewöhnlichen Umstände auf Grund der Pandemie sind viele tolle Projektergebnisse entstanden, die sich sehen lassen können.

Einen ausführlichen Artikel und Bilder der Abschlusspräsentation, verfasst von Dipl. Handelslehrer und Oberstudienrat Jan Wenzel, können Sie auf der Homepage der BBS 1 einsehen: https://bbs1osterode.de/index.php/2021/07/13/projektepraesentiertbg-2021/

Anja Kanzinger
Tel.: 05522/901969

Zu oft online – bin ich süchtig?

Interview mit den Präventionsfachkräften Rieke Heitmüller und Anja Kanzinger

... KKHL Christian Dolle, Frühjahr 2021

Nie war das Thema Digitalisierung so wichtig wie jetzt. Im notwendigen Homeoffice, für Schülerinnen und Schüler beim Homeschooling, aber auch, um soziale Kontakte aufrecht zu erhalten und sogar, um an kulturellen oder kirchlichen Veranstaltungen teilnehmen zu können. Auf der anderen Seite ist zu viel Mediennutzung aber nicht unumstritten, die Onlinesucht sogar eine anerkannte Krankheit.

Über letzteres können die Präventionsfachkräfte Rieke Heitmüller und Anja Kanzinger von der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Harzer Land einiges erzählen. Online Gaming Disorder nennt sich die Sucht im Fachjargon und es gibt eine klare Definition, ab wann Zocken etc. gefährlich wird. Das hat eindeutig nämlich nicht nur mit der Zeit zu tun, die Nutzer im Internet verbringen, denn die erhöht sich in Zeiten der Pandemie und der Lockdowns nun mal unweigerlich und ohne, dass es gleich ein Alarmzeichen sein muss.

Wenn jedoch Jugendliche nur noch vor dem Computer oder am Handy hängen, reale Freundschaften und andere Hobbys vernachlässigen und sich somit sämtliche Prioritäten verschieben, dann könnte es für Eltern an der Zeit sein, das zu hinterfragen und sich gegebenenfalls Hilfe zu holen.
Die bieten Rieke Heitmüller und Anja Kanzinger in der Fachstelle, aber immer wieder auch bei Besuchen in Schulen (wenn es denn möglich ist), wo das Thema Mediennutzung durchaus eine Rolle spielen sollte. Dabei geht es ihnen keinesfalls darum, die Onlinewelten etc. zu verteufeln, denn nicht nur jetzt, sondern auch zu normalen Zeiten ermöglichen sie uns heute nun einmal Kontakte in alle Welt, die früher so nicht möglich waren.

Und auch das Zocken an sich sei durchaus ein legitimes Hobby, sagen sie, nur sollte es eben nicht zu viel Raum und einen zu hohen Stellenwert einnehmen. Ein Unterschied zu anderen Suchtmitteln, die sich eindeutig als solche bezeichnen lassen besteht nun einmal und die früher häufig auch medial angeheizte „Killerspieldiskussion“ sollte inzwischen eigentlich differenzierter geführt werden.

Was genau die beiden Präventionerinnen damit meinen, welche Tipps sie Eltern an die Hand geben und auch wie genau die Onlinesucht definiert ist bzw. anhand welcher Fragestellungen sich sogar jeder selbst ein Stück weit testen kann, erläutern sie in einem ausführlichen Interview. Dieses ist jetzt auf Youtube online, auf dem Kanal „CrYzZ Storys“ bzw. hier:

Rieke Heitmüller
Schloßplatz 3a
37520 Osterode
Tel.: 05522/ 901969
Fax: 05522/ 901961

Anja Kanzinger
Schloßplatz 3a
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Aktionstag Suchtberatung: "Kommunal wertvoll!"

Kreisrat Marcel Riethig besuchte die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention

... KKHL Christian Dolle, November 2020

In Niedersachsen gibt es laut Statistiken etwa 700 000 suchtkranke Menschen. Im Harzer Land kümmert sich die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention in Osterode um dieses Thema, das durch Corona noch einmal brisanter wird, weil äußere Unsicherheit bei einigen Menschen den Griff zum Suchtmittel nun einmal nahelegt. Auch um darauf aufmerksam zu machen, nimmt die Fachstelle am bundesweiten „Aktionstag Suchtberatung: Kommunal wertvoll!“ am kommenden Mittwoch, 4. November, teil.

Unter dem Stichwort „kommunal wertvoll“ hat die Leiterin der Fachstelle, Ingrid Baum, den Göttinger Kreisrat Marcel Riethig zu einem Gespräch mit dem Team eingeladen, da sie davon überzeugt ist, dass Suchtberatung und Politik so eng wie möglich im Dialog stehen sollten, um Probleme gemeinsam zu erkennen und anzupacken. Riethig seinerseits sagte sofort zu und betonte dann auch, wie sehr er die Arbeit schätzt. „Das Angebot ist nicht nur kommunal wertvoll, sondern unverzichtbar“, sagte er.

Auch glaube er, dass der Altkreis Göttingen hier vom Altkreis Osterode lernen könne, wenn er sieht, wie das Thema Sucht und Suchtprävention hier schon immer ganzheitlich und mit einer sehr engen Vernetzung aller Akteure behandelt wurde. Daher lobte er auch den Aktionstag, der auf die wichtige Arbeit hinweist, aber auch deutlich macht, dass sie eben Geld kostet.

Zu den Ansätzen ihrer Arbeit machte Ingrid Baum deutlich, wie wichtig es sei, nicht nur die Betroffenen, sondern auch das familiäre Umfeld im Blick zu haben, die ebenfalls kompetente Ansprechpartner brauchen. Ein Problem hier in der Region seien da manchmal schon Kosten für Fahrtwege beispielsweise von Bad Sachsa nach Osterode, was manche davon abhält, sich Hilfe zu suchen. Hier sieht sie einen Punkt, an dem die Politik unterstützen könnte.

Der Kreisrat nahm das als Anregung gerne mit, wollte von den Mitarbeitenden Rieke Heitmüller, Simone Jörg und Christoph Isermann durchaus aber auch noch mehr über ihre Arbeit erfahren. So beispielsweise, dass Alkohol immer noch die größte Problematik darstellt, gefolgt von Cannabis und Amphetaminen. Gerade durch den Lockdown im Frühjahr waren aber insbesondere Spielsüchtige betroffen. Das habe auch damit zu tun, dass es für manche im ländlichen Raum eben zu wenig Freizeitmöglichkeiten gibt, auch wiederum etwas, wo die Politik zur Besserung beitragen kann.

Wie müssten denn Strukturen verbessert werden, damit Menschen frühzeitig zur Beratung kommen und nicht erst, wenn sich die Probleme verfestigt haben? Hier glaubt Ingrid Baum, dass Menschen mit Vorbildfunktion viel erreichen können, wenn sie sich dieser bewusst sind und entsprechend handeln. Weiterhin ist eine gute Vernetzung aller Akteure und Einrichtungen bzw. sozialer Dienste von zentraler Bedeutung, die Quantität und Qualität muss auch im ländlichen Raum ebenso wie in der Stadt erhalten bleiben. Darüber hinaus regt sie Gesetzesänderungen zum Umgang mit Alkohol an, beim Thema Nikotin habe sich in den vergangenen Jahrzehnten ja gezeigt, wie wirkungsvoll einige Maßnahmen waren.

Es gehe also unter anderem darum, Angebote für Freizeit und Bildung zu schaffen und leicht zugänglich zu machen, auch für Menschen mit wenig finanziellen Mitteln. Was im Augenblick noch niemand sagen kann, ist die Frage, wie sich die Pandemie langfristig auf die Menschen auswirkt und was sie nach sich zieht. Dem stimmte auch Marcel Riethig zu und sagte: „Für die Zeit nach Corona gibt es keine Blaupause, die Auswirkungen und Folgen können wir nur alle miteinander bewerkstelligen.“

Ingrid Baum
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Ambulant medizinische Rehabilitation

Einstellung des Angebots der ambulant medizinischen Rehabilitation Sucht

...September 2020

Die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention Osterode hat das Angebot der ambulanten medizinischen Rehabilitation Sucht und das der Kombi Nord Behandlung zum 01.09.2020 eingestellt.  

Fehlendes Fachpersonal haben den Träger der Fachstelle dazu veranlasst, diese Entscheidung zu treffen. Trotz intensiver Suche ist es nicht gelungen, die erforderliche Stelle einer/eines Psychologen*in zu besetzen.

Über 30 Jahre haben wir die ambulante Rehabilitation inclusive der Kombi Nord Behandlung angeboten und durchgeführt. Mitarbeiter*innen haben sich fortgebildet und die erforderlichen Qualifikationen erworben. Das von den Kostenträgern geforderte Fachpersonal (Arzt/Ärztin, Psycholog*in) wurde angestellt. Wir haben viele Patient*innen erfolgreich behandelt. Wir haben Prozesse in Gang gebracht, Entwicklungen begleitet und miterlebt, Krisen und Rückfälle aufgefangen, bzw. durchgearbeitet, aber auch Abbrüche hinnehmen und disziplinarische Entlassungen aussprechen müssen. Zu vielen „Ehemaligen“ besteht noch Kontakt, ein Großteil der Personen ist in unseren Selbsthilfegruppen angedockt. Wir bedauern es sehr, in diesem intensiven Aufgabenbereich nicht mehr tätig sein zu können

Therapiebeantragung und Therapievorbereitung gehört nach wie vor zu unseren originären Aufgaben, genauso wie die Nachbehandlung einer Rehabilitation. Für Patient*innen, die eine stationäre oder eine ganztägig stationäre Rehabilitation durchgeführt haben, bieten wir im Rahmen der Suchtbehandlung weiterhin die Nachsorge an.

Ingrid Baum
Schloßplatz 3a
37520 Osterode
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Prävention darf Spaß machen

JugendFilmTage des Netzwerks Suchtprävention im Kino Herzberg

... KKHL Christian Dolle, Februar 2020


Eine überdimensionierte Zigarette, in der einige unappetitliche Inhaltsstoffe zu sehen sind. Ein Würfelspiel mit Fragen zu Nikotin und Alkohol. Ein Parcours, der mit der sogenannten „Rauschbrille“ durchlaufen werden muss. Mit all dem und vielem mehr konnten sich Schülerinnen und Schüler bei den Jugendfilmtagen im Herzberger Kino auseinandersetzen, bevor sie mit einem Kinofilm für ihre Teilnahme belohnt wurden.

Die Jugendfilmtage sind eine Aktion des neustrukturierten Netzwerks Suchtprävention unter Federführung der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention. Zum Netzwerk gehören außerdem das Blaues Kreuz in Deutschland e.V., die Polizei Niedersachsen, der FD Kinder- und Jugendarbeit, Jugendschutz des Landkreises Göttingen, die Aufsuchende Jugendarbeit des Landkreises Göttingen, die Jugendpflege Bad Sachsa sowie die evangelischen Jugend Harzer Land. Sie alle gemeinsam organisierten die sechs Stationen, an denen insgesamt etwa 320 Schüler aus der Wartbergschule, der Hauptschule Neustädter Tor, der KGS Bad Lauterberg, der OBS Herzberg und der BBSII Osterode ihr Wissen über Suchtmittel testen und erweitern konnten.

„Es hat Spaß gemacht“, sagten viele, vor allem das verzweifelte Bemühen, mit der Suchtbrille einen Schlüssel in ein Türschloss zu stecken oder auch die ganz bildliche Zerstörung der Bausteine, die das Leben ausmachen. Neben dem Spaß war es aber vor allem lehrreich, so sagten einige Jugendliche: „Ich wusste gar nicht, dass eine Shisha so gefährlich ist, das war interessant.“

Die Kinowelt ist auf jeden Fall froh, die Filmtage ausrichten zu können, weil die Information und Prävention in Sachen Alkohol und Rauchen nun einmal wichtig ist. Allerdings würde sich Ute Bick-Lautenbach wünschen, dass zudem auch die digitale bzw. Handysucht thematisiert wird. Die Handys der Schüler waren anschließend jedenfalls alle aus, denn nach der Arbeit folgte das Vergnügen und sie durften sich einen der Filme „Der Himmel hat vier Ecken“, „The Spectacular Now – Perfekt ist jetzt“ oder „Tschick“ ansehen, was natürlich auf große Begeisterung traf.

Rieke Heitmüller
Tel.: 05522/ 901969
Fax: 05522/ 901961

Erfolgreicher Abschluss des Führerscheinkurses

...Herbst 2019

„Ich fühle mich jetzt etwas sicherer und kann besser einschätzen, was auf mich zukommt. Mir macht die bevorstehende MPU nicht mehr so viel Angst.“ sagte ein Teilnehmer zum Abschluss des Führerscheinkurses.

Wer aufgrund von Alkohol- oder Drogenkonsum im Straßenverkehr seinen Führerschein abgeben und sich einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) unterziehen muss, sollte nicht unvorbereitet zu dieser Untersuchung gehen. Nur wer als geeignet zur Teilnahme im Straßenverkehr bei der MPU eingestuft wird und die notwendigen Voraussetzungen für eine positive Prognose erfüllt (z.B. Abstinenznachweise, suchttherapeutische Gespräche etc.), kann seine Fahrerlaubnis wiedererlangen

Die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention bietet seit Jahren erfolgreich einen Kurs für Alkohol- und Drogenauffällige Verkehrsteilnehmer*innen an, der zur Vorbereitung auf die MPU genutzt werden kann. Zehn Teilnehmer*innen haben sich an drei Samstagvormittagen ausführlich mit dem Thema Suchtmittelkonsum und Straßenverkehr beschäftigt. Dazu gehörten Informationen über gesetzliche Grundlagen zum Führerscheinentzug, zur physiologischen Wirkung von Alkohol und Drogen, zum Fahrverhalten und Reaktionsvermögen sowie Kenntnisse über Konsummuster (riskant, schädlich, abhängig). Weiter haben sich die Teilnehmer*innen intensiv in einem Selbsterfahrungsteil mit ihrem eigenen Konsumverhalten sowie Veränderungsstrategien befasst, unter anderem mit der Entwicklung und Reflektion des eigenen Trink- und Konsumverhaltens, der Analyse der Trunkenheits- /Deliktfahrt, einer persönlichen Risikoanalyse und der Entwicklung von Handlungsalternativen und Bewältigungsstrategien. Alle Kursteilnehmer*innen haben für sich konkrete Schritte erarbeitet, die demnächst als optimale Vorbereitung zur MPU umzusetzen sind.

Um die Inhalte lebendiger zu vermitteln und den Selbsterfahrungsteil lockerer zu gestalten wurden neben Rollenspielen auch Kleingruppenarbeit und verschiedene kreative Aufgaben- und Fragestellungen angeboten. Alle Teilnehmer*innen haben sich aktiv beteiligt und gut zusammengearbeitet. Die anfängliche Aufregung („was erwartet mich hier im Kurs?“) war schnell verflogen. Sie konnten sich austauschen über die gemeinsame Erfahrung, die Fahrerlaubnis entzogen bekommen zu haben, und die negativen Konsequenzen, die für sie damit verbunden waren. „Schon alleine der Austausch war für mich ganz wichtig“, berichtete ein Beteiligter.

Wenn alle Teilnehmer*innen das anwenden, was sie im Kurs gelernt und die Schritte in Angriff nehmen, die sie für sich entwickelt haben, dürfte der Wiedererlangung des Fahrerlaubnis nichts mehr im Wege stehen.

Christina Schöngart-Decker
Schloßplatz 3a
37520 Osterode
Tel.: 05522/901969

"Wir als Kirchenkreis sind stolz auf unsere Fachstelle"

Fachstelle für Sucht und Suchtprävention stellt ihre neuen Räume vor

... KKHL Christian Dolle, Sommer 2019

„Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust“, stellte schon Johann Wolfgang von Goethe fest. Oft sind es allerdings noch viel mehr, behauptete Johanna Dreyer beim Tag der offenen Tür der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention. Es sind nämlich nicht nur zwei, sondern ein ganzes Team, das sich zu bestimmten Fragestellungen in unserem Leben in uns formiert und uns Entscheidungen durch die verschiedenen Stimmen nicht eben leichter macht.

Johanna Dreyer arbeitet beim Schulz von Thun-Institut in Hamburg, das sich mit Kommunikation auseinandersetzt. Ihr Vortrag in Osterode bereicherte die Besichtigung der neuen Räume der Fachstelle um eine inhaltliche Komponente und war nicht nur für die anwesenden Fachleute recht spannend. Zuvor aber begrüßte Superintendent Volkmar Keil die Gäste und dankte allen, die die Fachstelle im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Harzer Land unterstützen und fördern. „Wir als Kirchenkreis sind stolz auf unsere Fachstelle“, betonte er.

Carsten Schmidt gab einen kurzen Abriss von der Entstehung und Entwicklung der Fachstelle von den 1980er Jahren bis zum Umzug in die neuen Räume heute und Christina Schöngart-Decker beschrieb bildlich, wie Sucht hier als ein Loch gesehen wird, in das es nicht hineinzufallen, sondern dem es auszuweichen gilt.

Außerdem erläuterten Rieke Heitmüller und Christoph Isermann in einem Interview die verschiedenen Aufgabenbereiche und machten noch einmal deutlich, dass
niemand Angst zu haben braucht, sich mit einem Problem an die Mitarbeiter zu wenden.

Anschließend erläuterte die Referentin dann das von Friedemann Schulz von Thun entwickelte Modell des inneren Teams. Es besagt im Groben, dass sich zu jeder Fragestellung mehrere Stimmen in uns zu Wort melden, beispielsweise zum einen diejenige, die uns sagt, dass wir mal mehr für die körperliche Fitness tun müssten und zeitgleich jene andere die uns erinnert, wie gemütlich unser Sofa doch ist. Wer sich dieses inneren Teams bewusst ist, die Stimmen zuordnen und ihnen im besten Fall noch die passenden Antworten geben kann, dem fällt es leichter, sich Ziele zu stecken und diese auch zu erreichen. Wichtig dabei ist, dass alle Teammitglieder gehört und nicht einfach übergangen werden. „Wer sich selbst versteht, kommuniziert besser“, so eine der Kernaussagen des Vortrags.

Anschließend wurden die neuen, hellen Räume in der zweiten Etage des ehemaligen Kirchenkreisamtes am Schlossplatz genau unter die Lupe genommen. Moderner, praktischer und auch schicker, lautete das Urteil der meisten Besucher und auch der Mitarbeiter der Fachstelle. Vor allem sitzen jetzt alle auf einer Etage, was der Effektivität zugute kommt, auch wenn die alltägliche Fitness durch das nicht mehr nötige Treppauf-Treppab-Laufen natürlich leide, wie Christoph Isermann augenzwinkernd bemerkte.

Einen Mitschnitt des Interviews mit Rieke Heitmüller und Christoph Isermann gibt es hier: 

Wir ziehen um!

Die Fachstelle für Sucht und Suchtprävention zieht um.

Ab Montag, den 13. Mai 2019 sind wir in unseren neuen Räumlichkeiten in Osterode zu finden. Wir ziehen in das Kirchenzentrum am Schloßplatz.

Unsere neuen Kontaktdaten sind:

Fachstelle für Sucht und Suchtprävention

Am Schloßplatz 3A

37520 Osterode

Telefon: 05522/901969